Interview: Außendienstler Baris Kara über Eloxal und seinen Job als verlängerte Werkbank seiner Kunden – Der Holzapfel Oberflächen Blog

Interview: Außendienstler Baris Kara über Eloxal und seinen Job als verlängerte Werkbank seiner Kunden

Im Interview plaudert unser Außendienstler Baris Kara aus dem Nähkästchen – und über eines der wichtigsten Verfahren bei Holzapfel: Eloxal. Warum sein Job so spannend für ihn ist und warum er sich als verlängerte Werkbank seiner Kunden versteht, lesen Sie in diesem Artikel!

Baris Kara, Verkaufsmanager bei der Holzapfel Group, ist Berater für Oberflächenbeschichtung

 

Herr Kara, Außendienstler gelten als leidenschaftliche Verkäufer. Trifft das auch auf Sie zu?

Ich sehe mich weniger als klassischer Verkäufer, sondern vielmehr als verlängerte Werkbank des Kunden: Der Kunde hat ein Problem, vielleicht ein Produkt, das er so nicht verkaufen kann. Ich helfe ihm dabei, dieses Problem zu lösen. Das kann die Funktionalität, aber auch den optischen Eindruck des Produktes betreffen. Wenn man so will, bin ich der Anwalt des Kunden in unserem Unternehmen, der intern die Interessen des Kunden vertritt. Ich verstehe mich aber nicht nur als Problemlöser, sondern ebenfalls als Ideenwerkstatt. Und das macht mir seit über 10 Jahren Spaß!

Die vielen verschiedenen und umfangreichen Themen, die man hat, die vielen unterschiedlichen Branchen, die man kennenlernt und die vielen verschiedenen Menschen, mit denen man zu tun hat, das ist einfach sehr spannend.

Besonders reizvoll ist für mich auch der regionale Markt, in dem ich tätig bin. Vor allem weil man dann genau sieht, welche Produkte aus der Region in alle Welt verkauft werden. Toll ist, dass ich dazu beitragen kann, diese Produkte weltweit zu vermarkten.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Job?

Es gibt eigentlich keine Branche, mit der ich nicht schon zu tun hatte. Und spannend ist auch, mit wem ich zusammenarbeite: Mit Auto-Ingenieuren, mit Designern, mit Maschinenbauern oder mit Medizintechnikern. Die größte Herausforderung ist, dass ich immer die unterschiedlichen Sichtweisen verstehen muss. Ich muss ein echter Allrounder sein: Mal darf ich Berater sein, mal Techniker und manchmal bin ich auch Betreuer. Dazu gehört auch, Experte für eine Vielzahl an Verfahren zu sein. Denn jedes Verfahren hat seine Stärken.

Können Sie uns erklären, was „Eloxal“ genau ist?

Eloxal ist eine Abkürzung und steht für Elektrolytische Oxidation von Aluminium. Aluminium bildet an der Atmosphäre eine Oxidschicht. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine landläufig Rotrost genannte Oxidschicht, sondern um eine transparente oder weiße Schicht. Und diese Eigenschaft nutzen wir aus – sowohl technisch als auch optisch. Dazu beschleunigen wir die Oxidation in einem elektrochemischen Prozess. Denn diese Umwandlungsschicht hat besondere Eigenschaften: Sie ist besonders hart, glatt und ist korrosionsfest. Außerdem können wir verschiedene Farben in der Poren-Struktur einlagern.

Welche Farben sind das?

Das können – außer Weiß – alle Farben sein. Neben zahlreichen Farbvariationen sind auch Farbmischungen sowie Transparent oder Schwarz möglich.

Was ist das Besondere an Eloxal?

Das Verfahren ist zum einen sehr vielseitig und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Aluminium zu verschönern, verschleißfest zu machen und vor Korrosion zu schützen. Zudem ist Eloxal ein relativ günstiges Verfahren. Die Kosten-Nutzen-Relation war ausschlaggebend für die Durchsetzung im Markt.

Kann man sagen, wann genau Eloxal das richtige Verfahren für einen Kunden ist, der Aluminium verarbeiten will?

Ja, das kann man sagen, ziemlich genau sogar. Es gibt zwei KO-Kriterien: Wenn ein Kunde eine großflächige, leitfähige Schicht benötigt, dann ist Eloxal raus. Für alle anderen Bedarfe kommt Eloxal in Frage.

Warum sind manche Eloxalfarben so eine große Herausforderung?

Baris Kara, Holzapfel Group, im BeratungsgesprächDas Verfahren ist so komplex, dass es schwierig ist, ein und dieselbe Farbe über einen längeren Zeitraum gleichbleibend zu realisieren. Das ist eine Riesenherausforderung. Es gibt sehr viele Faktoren, die die Farbgebung beeinflussen können: Von Temperaturschwankungen bis hin zur Handhabe des Bauteils etwa. Bei vielen Unternehmen kommen Qualitätsprobleme ans Licht, wenn verschiedene Teile montiert werden, die an unterschiedlichen Tagen eloxiert wurden und die dann unterschiedliche Farbtöne aufweisen. Für uns ist es ein Alleinstellungsmerkmal, auch sehr enge Farbtoleranzen einzuhalten – und auch schwarze Schichten realisieren zu können. Auch der Glanzgrad ist sehr wichtig. Die Topologie, also die Oberflächenrauigkeit, gleichbleibend über einen längeren Zeitpunkt hinzubekommen, ist nicht einfach. Wir sind eines der wenigen Unternehmen, die sowohl die Farbgebung als auch die Glanzgrade im Griff haben.

Verraten Sie uns ein aktuelles Beispiel mit hohen Anforderungen an die Eloxalbeschichtung?

Ich hätte nie gedacht, dass Schreibgeräte so eine große Herausforderung sind. An diese Produkte werden wirklich hohe Anforderungen gestellt. Ich hatte es ja bereits gesagt: Wenn Teile montiert werden, die Farbunterschiede aufweisen, weil sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten eloxiert wurden, dann fällt das natürlich schnell auf. Und Schreibgeräte bestehen eigentlich immer aus mehreren Teilen. Da muss man sein Verfahren natürlich im Griff haben!

Diese Prozesssicherheit hat uns auch bei anderen Bauteilen schon sehr geholfen, zum Beispiel bei Teilen für hochwertige Kameras und bei Sidepanels für Kaffeevollautomaten.

 

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